Unser Wald

Standort

Klima
Westfalen gehört aufgrund seiner geographischen Lage zum subatlantischen Klimabereich. Das mitten im Forstamt von Nord nach Süd verlaufende Eggegebirge wirkt jedoch als interne Wetter-scheide. Die östlich gelegene Landschaft unterliegt einem geringen subkontinentalen Einfluß. Für das Forstamt lassen sich keine allgemeinen Wetterdaten angeben, da es sich über einen zu großen Raum erstreckt. In der folgenden Tabelle sind daher die Werte einer westlichen - Büren - einer mittleren - Lichtenau - und einer östlichen - Borgentreich - Wetterstation aufgeführt.

Klimawerte

 
Jahres-Nds.mm
Vegt.Zt.-Nds.mm
Temp.°C
Vegt.Zt.-Temp.°C
Jan.T.°C
Juli-T.°C
_ T.°C
Büren
850
420
7,8
14,2
0,5
16,4
15,9
Lichtenau
980
470
7,5
13,7
-0,3
15,7
16,0
Borgentreich
670
330
8,2
14,8
-0,7
16,8
17,5

Auf den Kammlagen des Eggegebirges fallen bis zu 1.300 mm Jahresniederschlag, in den Windschattengebieten östlich von Warburg dagegen erreichen die Niederschläge selten 630 mm. Die Jahresverteilung weist zwei Maxima auf, im Sommer und im Spätherbst/Frühwinter.

Geologie und Boden
Im Forstamtsbereich sind vier geologische Ausgangsformationen zu finden:
Im Osten und Südosten bilden der untere und mittlere Muschelkalk die Grundlage der Boden-bildung. In der Warburger Börde findet sich nur vereinzelt Wald auf dem dort vorhandenen Löß. Diese Region wird überwiegend landwirtschaftlich genutzt und nur die Kuppen und Randbe-reiche sind noch mit Wald bestockt.
Die von Norden nach Süden verlaufende Egge besteht aus nährstoffarmen Kreidesandsteinen (Gault und Neocom). In der südlichen Egge wird der Kreidesandstein vom mittleren und unteren Buntsandstein des Trias abgelöst. Am Ostrand treten Keuperformationen zu Tage mit Lias-Einschichtungen (Ton).
Westlich der Egge auf der Paderborner Hochfläche bestimmen Kreide-Kalke (Turon und Cenoman) das geologische Bild, die stellenweise lößüberlagert sind.
Im Nordwesten liegen zwei kleinere Reviere, die auf zwischen- und nacheiszeitlichen Sanden stocken, den Ausläufern der Senne.

Auf den Kalken haben sich unterschiedliche Formen der Rendzinen ausgebildet. Bei Lößüber-lagerung sind vereinzelt durch die Verschiebung der Tonfraktion Pseudogleye entstanden. Im Bereich des Sandsteines haben sich Braunerden und podsolige Braunerden - kleinflächig auch Pseudogleye - entwickelt.
Grundwasser beeinflußte Standorte sind nahezu in jedem Revier in kleiner Zahl anzutreffen. Sonderstandorte wie Hangmoore - Anmoorgley - oder verheidete Flächen - Podsole und Eschböden - sind weitere Besonderheiten, die die Bandbreite der Bodentypen bereichern.

Waldgesellschaften
Die verschiedenen Buchenwaldgesellschaften bilden in dieser Region die potentielle natürliche Vegetation.
Auf den armen Sandsteinböden sind das die Hainsimsen-Buchenwälder, auf den reicheren Keuperböden die Waldschwingel-Buchenwälder bis hin zu Perlgras-Buchenwälder auf Kalk. Auf besonders flachgründigen und wärmebegünstigten Kalkstandorten finden sich auch heute noch Orchideen- bzw. Seggenbuchenwälder mit Traubeneiche und Elsbeere. Auf den Sandflächen der Senne war sicherlich der Eichen-Birkenwald in trockener und feuchter Variation vorhanden, aber auch die Kiefer hat in dem Bereich ein autochthones Vorkommen. In den letzten Jahren mehren sich aber auch die Stimmen, die der Buche hier eine bedeutendere Rolle als bisher angenommen zugestehen.


Baumartenverteilung und Ertragsverhältnisse
 



49,8 % Nadelholz stehen 50,2 % Laubholz gegenüber. Dieses Verhältnis wird sich weiter zugunsten des Laubholzes verändern, da auf instabilen Nadelholzstandorten die Fichte in Buchen- oder Eichenbestände umgewandelt wird. Bei den Städten und Gemeinden kommt hinzu, dass auf größeren Flächen Laubholzerstaufforstungen erfolgen, da diese Ersatzmaßnahmen für sonstige Eingriffe in Natur und Landschaft sind. In den letzten fünf jahren sind so 19 ha neuer Wald entstanden.

Der durchschnittliche Vorrat beträgt 260 Efm ohne Rinde. Der Zuwachs liegt etwa bei
6,4 Efm/ha/a. Der Jahreseinschlag beträgt in normalen Jahren etwa 50.000 fm bis 60.000 fm.

Mittelfristig wird ein Vorratsaufbau angestrebt. Dort, wo die Strukturen es zulassen, lösen wir uns bei der Bewirtschaftung des Waldes von den Umtriebszeiten und arbeiten auf eine zielstärken orientierte Nutzung hin. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umbau von Fichtenreinbeständen in Buchen-/Fichtenmischbestände aber auch die Fortführung der Fichtenwirtschaft - allerdings losgelöst vom schlagweisen Hochwald hin zu horizontalen und vertikalen Strukturen.


Jagd

Vorkommende Schalenwildarten:
Im gesamten Forstamtsbereich: Reh- und Schwarzwild
Zusätzlich
in der Region Egge: Rot- und Muffelwild
im Nordwesten und Westen: Damwild

Die Eigenjagden der Städte und Gemeinden werden durch Verpachtung genutzt. Das Revier Jägerpfad des Stadtwaldes Warburg in einer Größe von 860 ha steht in Eigenbewirtschaftung. Es werden Einzelabschüsse auf Rot- und Rehwild vergeben und auf einem Teil der Fläche Pirschbezirke mit kurzer Laufzeit. Es werden zwei Gesellschaftsjagden im Jahr durchgeführt, zu denen die Stadt Warburg zum einen Gäste und zum anderen ihre Jagdscheininhaber einlädt.

 


Gemeinde-Forstamt Willebadessen 2003


Weide im Naturschutzgebiet Moos in Hövelhof

 

Douglasienpflanzung
Eichennaturverjüngung unter Kiefer

Harvester in Aktion

Abtransport von Fichtenholz
Buchennaturverjüngung
im Stadtwald Salzkotten

Totholz
 

Fichten Naturverjüngung

 
Erlenbruch