Das Forstamt

Das Gemeinde-Forstamt Willebadessen betreut im Kreis Paderborn und im Altkreis Warburg (heute Kreis Höxter) den gesamten kommunalen und kircheneigenen Waldbesitz, sowie im Hochsauerlandkreis den Stadtwald Marsberg.
Eigentümer sind 14 Städte und Gemeinden, 1 Landkreis, 13 Kirchengemeinden und ein Wasserwerk. 

 29 Waldbesitzer, gemeinsam ein Forstamt

Die waldbesitzenden Kommunen und Kirchengemeinden bilden zur gemeinsamen Unterhaltung eines Forstamtes einen kommunalen Zweckverband, den Gemeindeforstamtsverband Willebadessen. Vorsitzender der Verbandsversammlung ist Bürgermeister Michael Stickeln (Stadt Warburg), Verbandsvorsteher ist Ltd. Kreisrechtsdirektor Michael Beninde (Kreis Paderborn). Finanziert wird das Gemeinde-Forstamt über eine flächen- und einschlagsabhängige Umlage, die jedes Jahr von der Verbandsversammlung neu festgelegt wird.
Die Stadt Marsberg ist nicht Mitglied im Gemeindeforstamtsverband, mit ihr besteht ein Betriebsleitungsvertrag.

Eine Revierkarte des gesamten Gemeindeforstamtes finden Sie hier.


Struktur des Gemeinde-Forstamt Willebadessen

Das Gemeinde-Forstamt hat seinen Sitz in Willebadessen. Das Personal besteht aus dem Forstamtsleiter, 1 Revierförster im Außendienst und einem Verwaltungsangestellten.
Die gesamte Waldfläche beträgt rund 9.800 ha, untergliedert in 12 kommunale Revierförsterein - Stadtforsten -. 8 Reviere sind hauptamtlich besetzt, die Reviergrößen liegen zwischen 750 ha bis 2000 ha. Zwei kleinere Revier von 90 ha bzw. 190 ha werden auf der Basis eines Werkvertrages betreut. Der stellvertretende Forstamtsleiter betreut in Personalunion ein 400 ha großes Revier.


Geschichte

Mit Beginn der preußischen Zeit in Westfalen nach 1815 (Wiener Kongreß) wurde auch die Forstverwaltung neu organisiert. Gab es bisher ein streng zentralistisches Verwaltungssystem nach französischem Vorbild, so zog mit den neuen Herren das eher liberale preußische Landrecht auch im Westfälischen ein. Nach den Verordnungen und Anweisungen aus den Jahren 1816 und 1830 war den Gemeinden u. a. vorgegeben, nach jährlichen Etats - unseren heutigen Wirtschaftsplänen - zu arbeiten und fachlich ausgebildetes Personal einzustellen. Die kommunen konnten eigene "Communal-Oberförstereien" bilden oder sich einer benachbarten "Königlichen Oberförsterei" anschließen. Diese Vorgaben sollten eine nachhaltige Bewirtschaftung des Gemeindewaldes sicherstellen.
So ist das Gründungsjahr des Gemeinde-Forstamtes Willebadessen auf die Zeit von 1830 bis 1835 zu datieren, schriftliche Unterlagen konnten bisher leider nicht aufgefunden werden. Allen Unbilden der Zeit zum Trotz ist das Gemeinde-Forstamt Willebadessen das einzige kommunale Forstamt dieser Organisationsstruktur, das bis heute in fast der gleichen Zusammensetzung besteht.